Organisation
0221 / 479 - 22 12
Metabolische und Adipositaschirurgie

Interdisziplinäres Therapiekonzept der metabolischen Erkrankungen und morbiden Adipositas

Definition

Bei der Adipositas bzw. Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas oder Obesität (im Englichen „obesity“) handelt es sich um starkes Übergewicht, das durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Eine Adipositas liegt nach WHO-Definition ab einem Körpermaßeindex (BMI) von 30kg/m² vor, wobei drei Schweregrade unterschieden werden. Zu deren Abgrenzung wird ebenfalls der BMI herangezogen. Darüber hinaus werden weitere Indikatoren für den Anteil von Körperfett und dessen Verteilung in die Risikobewertung miteinbezogen.

Kategorie nach WHO BMI (kg/m²)
Normalgewicht 18,5-24,9
Übergewicht 25-29,9
Adipositas Grad I 30-34,9
Adipositas Grad II 35-39,9
Adipositas Grad III ≥ 40

Ursachen

Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit multifaktoriellen Ursachen. Die wichtigsten Ursachen sind:

  • Überernährung und Bewegungsmangel
  • Genetische Faktoren
  • Sozio-kulturelle Faktoren
  • Infolge anderer Erkrankungen
  • Medikamente
  • Pränatale Faktoren

Folgen

Ebenso wie die Ursachen sind die Folgen der Adipositas vielschichtig. Es besteht erhöhtes Risiko für:

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Reflux
  • Herzinfarkt
  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Schlaganfall
  • Brustkrebs
  • Arthrose
  • Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Gicht
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
  • Infertilitätsstörung
  • Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeit
  • Demenzerkrankungen

Alle diese Faktoren zusammen erhöhen das Risiko eines metabolischen Syndroms, was die Lebenserwartung beeinflusst.

Als metabolisches Syndrom definiert man erhöhten Nüchtern-Insulinspiegel zusammen mit zwei der folgenden Faktoren:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörung
  • Gestörte Blutzuckertoleranz

Aus diesem Grund ist es bei übergewichtigen Patienten wichtig, das Körpergewicht zu reduzieren und ihre Erkrankungen in den Griff zu bekommen. Wenn Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend wirken, kann eine Operation erforderlich werden. Diese Operationen führen wir in unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirugie durch.

Wie läuft eine Operation ab?

In den meisten Fällen kommt der Magen-Bypass zum Einsatz. Bei dieser Operation wird der Magen in seinem oberen Anteil verkleinert und an den Dünndarm angeschlossen. Deutlich weiter unten als im normalen Fall, werden die Sekrete von Galle und Bauchspeicheldrüse dem „Speisebrei“ zugeführt.

Durch die Verkleinerung des Magens wird die Nahrungsaufnahme reduziert. Durch die verspätete „Verdauung“ durch Galle und Bauchspeicheldrüsensaft wird die Aufnahme der Nährstoffe eingeschränkt. Die Folge ist die deutliche Gewichtsabnahme.

Die Operation wird in aller Regel mit der minimal-invasiven Methode (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Diese Technik ist schonender als ein Bauchschnitt und bedeutet deutlich weniger Schmerzen und Beschwerden nach der Operation. Damit ist die Erholung nach dem Eingriff schneller.

Die konservative Therapie erfolgt durch die Diabetische Schwerpunktpraxis Diabetes am Ring Herr Dr. Riedel und Frau Hermes in Köln. Hilfestellung erfolgt durch zusätzliche Sportangebote in unserem Haus durch das Zentrum für Sport und Medizin sowie über Selbsthilfegruppen.

Die operative Therapie wird am Evangelischen Klinikum als ultimo ratio angeboten. Haben konservative Therapien keinen Erfolg, kann sich der Patient in der Sprechstunde der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie vorstellen. Dort werden die Patienten von Chefärztin Priv. Doz. Dr. med. Claudia Rudroff und Oberärztin Randi Bieling betreut.

PD Dr. med. Claudia Rudroff, Chefärztin
Randi Bieling, Oberärztin

Weitere Infos auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Adipositas.

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