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04.11.2017: Gesundheitstreff im EVK - "Stabilisierung der LWS, Schmerztherapie - Die Nerven vom Druck befreien"

Infotag Halswirbelsäule und Bandscheibenvorfall am EVK Köln-Weyertal am Samstag, 4. November, von 11 bis 13 Uhr in der Cafeteria, Hauptgebäude, UG, Bauteil C. Im Fokus: konservative und operative Therapiemöglichkeiten - „Spinemed“: eine innovative computergesteuerte Behandlung ohne Operation

Dr. Kamran Minaian

Matthias Volz

Wie ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule mit einem kleinen Schnitt behandelt werden kann, wie die neuesten Bandscheibenprothesen aussehen, wie Spezialisten mit minimal-invasiven Methoden chronische Nackenschmerzen ausschalten und wie eine Hightech-Streckbank sogar ganz ohne Operation für einen schmerzfreien Nacken sorgt, das alles erfahren Besucher beim nächsten Infotag Rücken am Samstag, 4. November, von 11 bis 13 Uhr, am Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal. Dann sprechen die beiden Experten Dr. Kamran Minaian und Matthias Volz vom Wirbelsäulenzentrum Köln-Krefeld (WZKK) über die Halswirbelsäule. Das WZKK ist seit Sommer vorigen Jahres mit einem Standort am EVK Köln-Weyertal vertreten.

Ein Bandscheibenvorfall oder eine Verengung der Halswirbelsäule können zu Schmerzen im Nacken, den Schultern und in den Armen führen sowie Sensibilitätsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln auslösen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es auch zu Muskelschwäche kommen, das Heben der Schulter oder das Beugen des Arms fällt schwer. Auch leiden manche Patienten unter Gleichgewichtsstörungen und einer Gangunsicherheit. „Eine Operation eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule ist dann notwendig, wenn die konservativen Therapiemaßnahmen erfolglos bleiben“, erklärt Dr. Kamran Minaian.

Die Operation mit mikrochirurgischer Technik erfolgt in Vollnarkose und der Patient liegt auf dem Rücken. Der Zugang erfolgt in der Regel über die rechte vordere Halsseite mit einem kleinen Schnitt zwischen 2,5 und drei Zentimetern Länge. Die Bandscheibe wird unter mikroskopischer Sicht von vorne nach hinten herausgenommen, der Bandscheibenvorfall wird ebenfalls entfernt und der Nerv vom Druck befreit. Dabei werden auch sehr häufig vorhandene knöcherne Randzacken zur Entlastung der Nerven und des Rückenmarks beseitigt. Nach der Entfernung des Bandscheibenvorfalls wird dieser entweder durch ein Abstütz-Implantat (Cage) aus Kunststoff oder Titan ersetzt oder in den meisten Fällen wird eine mobile Bandscheibenprothese anstelle der Bandscheibe implantiert, die die Beweglichkeit der Halswirbelsäule erhält. Der zweite Effekt solcher modernen Prothesen ist die Entlastung der benachbarten Bandscheiben. Die Patienten brauchen keine Halskrause zu tragen und sind von Anfang an gut mobil. Sie machen bereits ab dem ersten Tag Bewegungs- und Entspannungsübungen. Die Genesung wird durch ambulante Krankengymnastik unterstützt, erklärt Dr. Kamran Minaian.

Am WZKK legt man sehr viel Wert auf eine exakte Diagnose und eine stufenweise Behandlung. So auch bei einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. In den allermeisten Fällen beginnen die Ärzte mit einer konservativen Therapie und setzen auf Krankengymnastik, manuelle Therapie, Wärmetherapie oder Medikamente. Im zweiten Teil des Infoabends stellt Matthias Volz die konservativen Therapiemethoden zur Behandlung von Halswirbelsäulenbeschwerden vor. Bei einem Bandscheibenvorfall oder einer knöchernen Verengung der Nervenkanäle besteht die Möglichkeit der sogenannten „Periradikulären Therapie PRT“. Dabei werden ambulant unter Röntgendurchleuchtungskontrolle Medikamente in die Nähe der schmerzenden Nerven injiziert. Damit werden die Schmerzen, die Entzündung und die Schwellung des Nerven bekämpft. In der Regel bekommen die Patienten drei PRT-Spritzen.

Bei Patienten, die an chronischen Nacken- und Kopfschmerzen leiden, ohne dass ein Bandscheibenvorfall oder eine Stenose vorliegt und die konservativen Verfahren nur wenig oder nur kurze Zeit helfen, können die Experten vom WZKK in den meisten Fällen mit einer minimal-invasiven Behandlung der kleinen Wirbelgelenke eine Linderung herbeiführen. Dabei werden in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose unter Röntgenkontrolle die kleinen Wirbelgelenke mit ihren Schmerznerven behandelt und unter anderem diese Schmerznerven entweder mit Kälte oder mit Hitze ausgeschaltet.

Ganz ohne Operation läuft die Behandlung nach der Spinemed-Methode ab. Verletzte oder beschädigte Bandscheiben heilen nur sehr langsam, da sie einer ständigen Druckbelastung ausgesetzt sind. Genau hier setzt das neue Verfahren an: Es nimmt für eine gewissen Zeit sozusagen den Druck aus dem Kessel, sprich von der Bandscheibe, damit diese wieder mit Flüssigkeit, Nährstoffen und Sauerstoff aus der Umgebung versorgt wird und sich in ihre ursprüngliche Position zurückziehen kann.

Dabei führt das Spinemed-System selbstständig und computerüberwacht eine Dehnung der Wirbelsäule aus, die mittels Sensoren und Biofeedback des Patienten gesteuert wird. Der Patient liegt auf einer Hightech-Liege, bekommt die Spannungsveränderungen in seiner Wirbelsäulenmuskulatur über einen Bildschirm visualisiert und kann darauf reagieren, also entspannen. „Da die Distraktionskraft dynamisch appliziert wird, tritt beim Patienten im Gegensatz zu herkömmlichen Extensionsverfahren mit Streckgeräten keine Abwehrspannung auf“, nennt Matthias Volz einen großen Vorzug des Verfahrens.

Bei konsequenter Durchführung der Therapie führt dies zu einer nachhaltigen Regeneration der betroffenen Bandscheibe. „Idealerweise erfolgt die Behandlung in Kuren von 20 Sitzungen à 30 Minuten Behandlungszeit, da sich von Behandlung zu Behandlung ein kumulativer, das heißt ein sich verstärkender Effekt einstellt“, erklärt Matthias Volz abschließend.

Die Teilnahme ist gebührenfrei – Anmeldung nicht erforderlich. Weitere Informationen: Tel. 0221 / 479-2299 und hier auf unserer Webseite

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