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15.11.2018: Gesundheitstreff im EVK „Entzündung am Darm“

Nährstoffe, Mineralien, Vitamine und Wasser: Die Treibstoffe für unseren Körper beziehen wir über den Darm. Dieser ist ein wichtiger Teil des Abwehrzentrums unseres Organismus. Wenn der Verdauungstrakt gestört oder entzündet ist, klagen Betroffene über Schmerzen, Blähungen, Durchfall oder Krämpfe.

Dr. med. Claus Benz, Chefarzt Innere Medizin

Priv.-Doz. Dr. med. Claudia Rudroff, Chefärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie

Beim Gesundheitstreff im EVK informieren die beiden Chefärzte, Privatdozentin Dr. med. Claudia Rudroff Chirurgie - und Dr. med. Claus Benz Innere Medizin -, über Symptome sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Entzündungen des Darmes. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 15. November, von 18:00 - 19:30 Uhr, in der Cafeteria des Evangelischen Klinikums Köln Weyertal.

Divertikel sind Ausstülpungen an der Darmschleimhaut, die vor allem den Dickdarm betreffen. Sie sind meist unbedenklich, bei einer Entzündung können sie jedoch zu starken Beschwerden führen der so genannten Divertikulitis. Diese ruft meist krampfartige Bauchschmerzen und ein Blähgefühl hervor und wird häufig von Fieber und Durchfall oder Verstopfung begleitet. Stehen dagegen schmerzhafter, häufiger (5 bis 6 Mal täglich) und sogar blutiger Stuhlgang im Vordergrund, kann eine chronische Darmentzündung vorliegen, auch Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa genannt. Privatdozentin Dr. med. Claudia Rudroff, Chefärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie, rät zur genauen Beobachtung: Zunächst sollte man darauf achten, wann die Beschwerden auftreten, an welcher Stelle am Bauch sie sich zeigen und wie sie sich äußern.In einem Schmerz/Stuhl-Tagebuch können die wichtigsten Beobachtungen festgehalten werden, sodass zum Beispiel nachvollziehbar ist, nach welchen Speisen die Beschwerden auftreten. Außerdem wichtig: Gibt es diese Probleme in der Familie, leiden Eltern oder Geschwister ebenfalls unter den Beschwerden?

Bei starken Schmerzen und/oder Fieber müssen Betroffene zum Arzt. In einem Gespräch erhält der Mediziner einen Eindruck von den Beobachtungen seines Patienten. Dann erfolgt die Untersuchung, bei der der Arzt den Bauch abtastet und abhört. Dr. med. Claus Benz, Chefarzt der Inneren Medizin, nennt mit Blutentnahme, Ultraschall und gegebenenfalls Computertomographie die weiteren Untersuchungsschritte.

Sollten die Untersuchungen bis hierhin kein Ergebnis liefern, so muss sich der Patient einer kleinen oder gegebenenfalls großen Darmspiegelung unterziehen. Bei der kleinen Darmspiegelung werden nur die ersten 25 Zentimeter untersucht, der Darm muss nicht ganz entleert werden. Bei der großen Darmspiegelung werden der gesamte Dickdarm und der untere Teil des Dünndarms untersucht, deshalb ist eine gründliche Entleerung vorab wichtig.

Sobald die Ursachen der Beschwerden bekannt sind, kann die passende Therapie beginnen. Bei entzündeten Divertikeln kommen Schonkost und Antibiotika zum Einsatz. Es sollte die Nahrungszufuhr eingeschränkt und bekömmliche und flüssige Kost gewählt werden. Es kann sogar vorübergehend nötig sein, auf die Nahrungszufuhr zu verzichten, dies sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. In sehr schweren Fällen wenn die Divertikel geplatzt sind - oder bei immer wieder auftretenden Entzündungen verspricht eine Operation die besten Heilungsaussichten. Bei der Operation werden circa 30 Zentimeter des betroffenen Darmabschnittes entfernt und die beiden Enden werden zusammengenäht. Ein künstlicher Darmausgang ist mit den modernen Methoden in der Regel nicht erforderlich.

Die Autoimmun-Erkrankung Morbus Crohn wird ebenfalls mit einer konservativen Therapie behandelt, wobei zunächst Cortison die Beschwerden lindert. Es stehen dann verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Operation angesagt. Sofern ein Teil des Darms entfernt werden muss, gilt das Motto so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich, berichtet Dr. med. Claus Benz.

Das Ev. Klinikum Köln Weyertal hat ein Bauchzentrum. Hier stehen die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Inneren Medizin und der Viszeralchirurgie im Vordergrund. Die enge Kooperation der Ärzte bietet eine optimale Versorgung der Patienten, bei der die fachübergreifenden Behandlungen von Baucherkrankungen individuell auf die Betroffenen abgestimmt werden. Kurze Kommunikations- sowie Diagnosewege garantieren passende Behandlungs- und Therapiepläne. Für Fragen zu spezifischen Problemen besteht ausreichend Zeit und Gelegenheit.

Ort: Ev. Klinikum Köln Weyertal, Cafeteria im UG Hauptgebäude, Weyertal 76, 50931 Köln. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen: Tel. 0221 / 479-2299 und hier auf der ZSM Webseite

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