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Endokrine Chirurgie

Endokrine Chirurgie

Willkommen in unserem Department für Endokrine Chirurgie!
Wir operieren Erkrankungen der hormonbildenden Organe. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen und die Nebennieren.
Das Department hat zwei Standorte: die Uniklinik Köln und das Evangelische Klinikum Köln Weyertal und wird von Frau PD Dr. Costanza Chiapponi geleitet, die sich seit Jahren an den Unikliniken München, Magdeburg und Köln mit diesem Fachbereich befasst hat.

Chefärztin PD Dr. med. Costanza Chiapponi zeigt Ihnen in diesem Film, wie eine Schilddrüse aufgebaut ist und was bei einer Schilddrüsen-OP gemacht wird.

Die Chirurgie der Schilddrüse

Erkrankungen der Schilddrüse beinhalten Veränderungen der Organstruktur (Knoten) und/oder der Organfunktion (Unter-/Überfunktion). 

Die Beschwerden sind meist vielfältig und unspezifisch. Bei Verdacht auf Schilddrüsenerkrankungen wird ein Ultraschall der Schilddrüse durchgeführt. Dies erfolgt in der Regel beim Hausarzt, beim Nuklearmediziner oder beim Endokrinologen. Eine Blutabnahme mit Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) dient zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Diese erfolgt in der Regel ebenfalls beim Hausarzt, beim Nuklearmediziner oder beim Endokrinologen als Basis-Diagnostik.

Sollte bei Ihnen eine Erkrankung festgestellt werden, die eine operative Behandlung benötigt, werden Sie dann zu uns überwiesen.

Operationen an der Schilddrüse werden durchgeführt bei:

  • Verdacht auf bösartige Tumoren der Schilddrüse
  • einem knotigen Umbau oder Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf), die Beschwerden (Schluckbeschwerde, Druckgefühl, Luftnot) verursachen
  • bestimmte Überfunktionen der Schilddrüse, die nicht mehr mit Medikamenten oder radioaktivem Jod behandelt werden können (z.B. M. Basedow)

Die Eingriffe beinhalten die Entfernung eines der zwei Schilddrüsenlappen („Hemithyreoidektomie“) oder der kompletten Schilddrüse („totale Thyreoidektomie“). „Subtotale Resektionen“ (die Entfernung eines Teils eines Lappens) oder „Knotenexzisionen“ (die Entfernung einzelner Schilddrüsenknoten) werden heutzutage selten und nur in Ausnahmefällen durchgeführt, um das Risiko eines späteren Rezidivs (erneute Entstehung von Knoten im belassenen Gewebe) zu vermeiden. „Rezidiveingriffe“ (zweite oder dritte Operationen an der Schilddrüse) sind generell mit einer höheren Komplikationsrate als Ersteingriffe verbunden.

Alle Eingriffe erfolgen in Vollnarkose. Der operative Zugang ist ein 4-5cm großer Schnitt am Hals in Höhe einer Halskette, der am Ende des Eingriffs mit einer kosmetischen Naht und mit einem selbstauflösenden Faden versorgt wird.

Der stationäre Aufenthalt beinhaltet zwei Übernachtungen in der Klinik, um mögliche Nachblutungen rechtzeitig zu erkennen und zu versorgen. Die Patienten sind direkt nach dem Eingriff mobil und können bereits am Tag des Eingriffs essen und trinken. Leichte Schluckbeschwerde sind in den ersten Wochen nach dem Eingriff allerdings normal und gut mit einem gängigen Schmerzmittel (Ibuprofen/Novalgin) zu behandeln.

Die möglichen Komplikationen eines Schilddrüseneingriffs beinhalten neben Nachblutungen, die Verletzung des Stimmbandnervs (mit darauffolgender meist temporärer Heiserkeit) und der Nebenschilddrüsen (mit darauffolgendem Kalziummangel). Beide Komplikationen treten selten auf und sind meist temporär. Um den Stimmbandnerv zu überwachen, führen wir alle Eingriffe unter „Neuromonitoring“ durch. Dabei handelt es sich um ein Gerät, mit dem der Stimmbandnerv stimuliert werden kann, um ihn einfacher zu erkennen und seine Funktion während des Eingriffs zu überprüfen. Um die Nebenschilddrüsen zu erkennen und zu schonen, nutzen wir neben der Lupenbrille, eine Stirnlampe und achten stets auf einen schonenden und sorgfältigen Umgang mit dem Gewebe.

Die Chirurgie der Nebenschilddrüsen

Erkrankungen der Nebenschilddrüsen äußern sich durch einen Kalziumüberschuss. Dieser kann Magenbeschwerden, Nierensteine und sogar Depressionen verursachen. Kalzium entsteht aufgrund eines vermehrten Knochenabbaus, der durch einen Stoff (Parathormon) verursacht wird, den die Nebenschilddrüsen ausschütten. Eine häufige Folge ist entsprechend eine erhöhte Knochenarmut (Osteoporose).

Je nachdem ob eine oder mehrere (der insgesamt vier) Nebenschilddrüsen erkrankt sind, wird eine oder werden mehrere davon entfernt. In der Regel ist jedoch nur eine Nebenschilddrüse betroffen. Lediglich bei dialysepflichtigen Patienten sind häufiger alle vier Organe erkrankt. In diesen Fällen werden dreieinhalb Nebenschilddrüsen entfernt. Das verbleibende halbe Organ dient der Aufrechterhaltung der Funktion der Nebenschilddrüsen (die Bereitstellung von Kalzium im Körper).

Die operativen Komplikationen gleichen denen bei Schilddrüseneingriffen, treten allerdings noch etwas seltener auf.

Die Chirurgie der Nebenniere

Erkrankungen der Nebennieren werden in der Regel bei den Endokrinologen diagnostiziert. Die Diagnostik beinhaltet Blut- und Urintests. Ein NativCT (CT ohne Kontrastmittelgabe) dient zur Abschätzung des Risikos, dass ein Nebennierentumor bösartig sein kann.

Überfunktionierende Tumore der Nebenniere verursachen erhöhten Blutdruck (Conn Syndrom/Phäochromozytom), einen Überschuss an Cortisol (Cushing-Syndrom) oder an Geschlechtshormonen.

„Adrenalektomie“ heißt die Entfernung einer Nebenniere, die meistens bei Conn-, Cushing- Adenomen oder Pheochromozytomen durchgeführt wird. Auch malignitätsverdächtige Tumore werden mit der Entfernung der Nebenniere abgeklärt/behandelt.

Die allermeisten Eingriffe erfolgen minimalinvasiv mit drei bis vier 1,5cm langen Schnitten an Bauch oder Rücken. Größere Bauchschnitte werden nur bei Komplikationen oder im Falle von Nebennierenkrebs durchgeführt. Die Komplikationen beinhalten Blutungen und Nachblutungen, die allerdings selten sind sowie die Durchführung eines größeren Schnittes.

Die Vorstellung in unserer Sprechstunde

Bitte nehmen Sie alle Ihre Befunde mit. Neben Sonografie/Szintigrafie des Halses und Laborbefunden bei Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen sollten Sie im Falle von Nebennierenerkrankungen einen Brief des Endokrinologen mitbringen sowie eine CD mit CT-Bildern soweit vorhanden.

Die meisten Fälle werden in unserem interdisziplinären Tumorboard besprochen, wo Vertreter der Endokrinologie, der Nuklearmedizin, der Strahlentherapie und der Chirurgie sitzen und eine patientenmaßgeschneiderte Lösung entwickeln.

Die OP Vorbereitung

Die präoperative Diagnostik (chirurgische und anästhesistische Aufklärung, Labor, EKG und Stimmlippenkontrolle) erfolgt in der Regel ambulant. Den Termin erhalten Sie zusammen mit dem OP Termin.

Nach dem Eingriff

Nach dem Eingriff ist ein stationärer Aufenthalt von zwei Nächten notwendig. Die Patienten werden nach einer Kalzium- und einer Stimmlippenkontrolle entlassen, um Komplikationen wie die Verletzung der Nebenschilddrüsen und des Stimmbandnervs auszuschließen, die in 10% bzw. 3% der Fälle auftreten und meistens nicht länger als 6-12 Monate andauern. Längere/bleibende Störungen sind deutlich seltener.

Selbstverständlich werden wir diese Komplikationen behandeln und Sie an die Kollegen der Endokrinologie oder der HNO verweisen, wenn eine weitere Therapie nötig sein sollte. Auch die langfristige Nachsorge erfolgt über unser Zentrum für Endokrine Erkrankungen an der Uniklinik Köln.

Kontakt

Bitte kontaktieren Sie uns unter:

Frau Noekel, Tel.:  0221 / 479 2212

Frau Welgen, Tel.:  0221 / 478 4824

und vereinbaren Sie einen Termin zur Besprechung Ihrer Befunde und Beratung bezüglich einer chirurgischen Therapie.

Wir bitten Verständnis dafür zu haben, dass es sich um eine chirurgische Abteilung handelt und daher Einstellung der Schilddrüsenhormone oder Abklärung der Schilddrüse nicht bei uns, sondern bei den Kollegen der Nuklearmedizin oder der Endokrinologie erfolgen muss.  Wir sind für die operative Behandlung der diagnostizierten Erkrankung zuständig.

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