Die Chirurgie der Schilddrüse

Erkrankung der Schilddrüse beinhalten Veränderungen der Organstruktur (Knoten) und/oder der Organfunktion (Unter-/Überfunktion). 

Die Beschwerden sind meist vielfältig und unspezifisch. Bei Verdacht auf Schilddrüsenerkrankungen wird ein Ultraschall der Schilddrüse durchgeführt. Dies erfolgt in der Regel beim Hausarzt, beim Nuklearmediziner oder beim Endokrinologen. Eine Blutabnahme mit Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) dient zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Diese erfolgt in der Regel ebenfalls beim Hausarzt, beim Nuklearmediziner oder beim Endokrinologen als Basis-Diagnostik.

Operationen an der Schilddrüse werden durchgeführt bei:

  • Verdacht auf bösartige Tumoren der Schilddrüse
  • einem knotigen Umbau oder Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf), die Beschwerden (Schluckbeschwerde, Druckgefühl, Luftnot) verursachen
  • bestimmte Überfunktionen der Schilddrüse, die nicht mehr mit Medikamenten oder radioaktivem Jod behandelt werden können (z.B. M. Basedow)

Die Eingriffe beinhalten die Entfernung eines der zwei Schilddrüsenlappen („Hemithyreoidektomie“) oder der kompletten Schilddrüse („totale Thyreoidektomie“). „Subtotale Resektionen“ (die Entfernung eines Teils eines Lappens) oder „Knotenexzisionen“ (die Entfernung einzelner Schilddrüsenknoten) werden heutzutage selten und nur in Ausnahmefällen durchgeführt, um das Risiko eines späteren Rezidivs (erneute Entstehung von Knoten im belassenen Gewebe) zu vermeiden. „Rezidiveingriffe“ (zweite oder dritte Operationen an der Schilddrüse) sind generell mit einer höheren Komplikationsrate als Ersteingriffe verbunden.

Alle Eingriffe erfolgen in Vollnarkose. Der operative Zugang ist ein 4-5 cm großer Schnitt am Hals in Höhe einer Halskette, der am Ende des Eingriffs mit einer kosmetischen Naht und mit einem selbstauflösenden Faden versorgt wird.

Die möglichen Komplikationen eines Schilddrüseneingriffs beinhalten neben Nachblutungen, die Verletzung des Stimmbandnervs (mit darauffolgender meist temporärer Heiserkeit) und der Nebenschilddrüsen (mit darauffolgendem Kalziummangel). Beide Komplikationen treten selten auf und sind meist temporär. Um den Stimmbandnerv zu überwachen, führen wir alle Eingriffe unter „Neuromonitoring“ durch. Dabei handelt es sich um ein Gerät, mit dem der Stimmbandnerv stimuliert werden kann, um ihn einfacher zu erkennen und seine Funktion während des Eingriffs zu überprüfen. Um die Nebenschilddrüsen zu erkennen und zu schonen, nutzen wir neben der Lupenbrille, eine Stirnlampe und achten stets auf einen schonenden und sorgfältigen Umgang mit dem Gewebe."